Die Öl-Eiweiß-Kost nach Dr. Johanna Budwig

Gemüse

Frau Dr. Johanna Budwig, Apothekerin, Diplom-Chemikerin mit Promotion Chemie und Physik, Obergutachterin für Arzneimittel und Fette im obersten staatlichen Dienst und mehrfach vorgeschlagen für den Nobelpreis, widmete mehr als 50 Jahre ihres Lebens der Thematik „Fettstoffwechsel und sein Zusammenhang auf die Zellatmung“. Ihre Theorie war, dass mehrfach ungesättigte Fettsäuren neben Eiweißen der entscheidende (und von Nobelpreisträger Otto Warburg vergeblich gesuchte) Faktor bei der Zellatmung seien. Nach dieser Theorie spielen mehrfach ungesättigte essentielle Fettsäuren in Kombination mit schwefelhaltigem Eiweiß bei der Sauerstoffaufnahme, bei allen Wachstumsprozessen, der Blutbildung und vielem mehr die alles entscheidende Rolle.

Um die sogenannte Öl-Eiweiß-Kost, die Frau Dr. Johanna Budwig bereits in den 50er Jahren entwickelte, genauer erläutern zu können, muss man tiefer in die Thematik „Fette“ einsteigen: Was ist Fett, was sind gesättigte, was ungesättigte Fettsäuren?

Alle Fette bestehen grundsätzlich aus Glyzerin, welches 3 Arme hat. An diese 3 Arme lagern sich Fettsäureketten an, die – je nach Fettsorte – unterschiedlich lang sind. Sind in einer solchen Fettsäure die Kettenglieder durch Einfachbindungen mit einem Elektronenpaar verbunden, so sind diese Bindungen sehr stabil. Man spricht von „Gesättigten Fettsäuren“.

Je länger die Fettsäuren eines Fettes sind und je weniger Doppelbindungen zwischen den Kohlenstoffatomen vorliegen, umso höher liegt die Schmelztemperatur des jeweiligen Fettes. Durch die langen Ketten der Fettsäuren werden die Fette  typischerweise hydrophob und damit kaum in Wasser löslich. Solches Fett kann im Blut nur in Form kleinster Tröpfchen transportiert werden, für den Transport in die kleineren Kapillargefäße allerdings sind diese Tröpfchen zu groß.

Sind die Kettenglieder einer Fettsäure an einer oder an mehreren Stellen durch Doppelbindungen (mittels 2 Elektronenpaaren) aneinander gekoppelt, so spricht man von „Einfach oder Mehrfach Ungesättigten Fettsäuren“. An diesen ungesättigten Bindungsstellen wird sehr leicht ein schwefelhaltiges Eiweiß gebunden, was die Fettsäure wasserlöslich macht. Die mehrfach ungesättigten oder auch „essentiellen“ Fettsäuren können in wasserlöslicher Form somit auch in die feinsten Blutgefäße transportiert werden. Eine ausreichende Versorgung des gesamten Körpers mit Fettsäuren ist gewährleistet. Sie werden dringend für Zellwachstum und Sauerstoffaufnahme benötigt, sind wesentlicher Bestandteil der Zellmembran und tragen im Prozess der Zellatmung zur Energiegewinnung der Zellen bei.

Aber die ungesättigten Fettsäuren können weitaus mehr: Das zusätzliche Elektronenpaar (pi-Elektronen) stellt ein „überschüssiges“ Energiepotenzial dar. Liegt es einem zusätzlichen Elektronenpaar einer anderen ungesättigten Fettsäure gegenüber, so entsteht eine sogenannte „Elektronenwolke“, da die Paare in Resonanz miteinander schwingen und sich gegenseitig noch verstärken. Es entsteht elektronische Ladung, die im Organismus leicht beweglich ist und sehr leicht aktiviert und zur Verfügung gestellt werden kann. (Wichtig: Dies ist nur möglich, wenn die Fettsäuren noch in ihrer ursprünglichen Cis-Form vorliegen, nicht in der sogenannten Trans-Form, in welche Fettsäure durch Haltbarmachung und Härtung der Öle übergehen).

Menschliches Gewebe kann Elektronen aus dem Sonnenlicht speichern und nach Bedarf wieder abgeben. Die Aufnahme oder Absorption geschieht über die sogenannte Resonanz, was bedeutet, dass unser Gewebe in der gleichen Bandbreite schwingen muss wie die angekommenen Strahlen. Hierfür allerdings benötigen unsere Zellen ungesättigte Fettsäuren, die in Kombination mit einem schwefelhaltigen Protein durch ihre Dipolarität und Resonanz diese Speichermöglichkeit für Elektronen eröffnen.

Natürliche Fette enthalten unterschiedliche Anteile verschiedener Fettsäuren. Zum Vergleich hier einmal die Zusammensetzung typischer „Küchenfette“ inkl. Angabe des Anteils an gesättigten Fettsäuren, die laut Frau Dr. Budwig, zu meiden sind:


Butter:    Gesättigte Fettsäuren:
      9 % Buttersäure
      4 % Laurinsäure
      8 % Myristinsäure
    22 % Palmitinsäure
    10 % Stearinsäure
    Ungesättigte Fettsäuren:
    37 % Ölsäure (einfach ungesättigt)
    10 % Linolsäure (2fach ungesättigt)

Olivenöl:    Gesättigte Fettsäuren:
      1 % Myristinsäure
    10 % Palmitinsäure
      2 % Stearinsäure
    Ungesättigte Fettsäuren:
    78 % Ölsäure (einfach ungesättigt)
      9 % Linolsäure (2fach ungesättigt)

Sonnenblumenöl:    Gesättigte Fettsäuren:
      8 % Palmitinsäure
      8 % Stearinsäure
    Ungesättigte Fettsäuren:
    27 % Ölsäure (einfach ungesättigt)
    57 % Linolsäure (2fach ungesättigt)

Leinöl:    Gesättigte Fettsäuren:
      5 % Palmitinsäure
      4 % Stearinsäure
    Ungesättigte Fettsäuren:
    22 % Ölsäure (einfach ungesättigt)
    17 % Linolsäure (2fach ungesättigt)
    50 % Linolensäure (3fach ungesättigt)


Ernährungsphysiologisches Optimum ist also das Leinöl mit einem extrem hohen Anteil von 50 % einer 3fach ungesättigten Fettsäure sowie selbstverständlich einem verschwindend geringen Anteil an gesättigten Fettsäuren.

Frau Dr. Budwig schrieb zahlreiche Abhandlungen über die Auswirkungen des Fettstoffwechsels unter anderem auf die Funktionen der Sinnesorgane, der Schleimsekretion, des Magen-Darm-Trakts, der Leber, der Galle und Bauchspeicheldrüse, des Lymph- und Gefäßsystems und nicht zuletzt der Haut und propagierte Zeit ihres Lebens (sie starb 2003 im Alter von 94 Jahren) Ihre Theorie, dass Krebs mittels Öl-Eiweiß-Kost heilbar sei.

Eine kurze Abhandlung widmet sie in Ihrem Buch „Das Fettsyndrom“ (leider nicht mehr im Handel erhältlich) auch den rheumatischen Erkrankungen. Kein Wunder, denn sie war davon überzeugt, dass Fette die „alle Lebensfunktionen beherrschenden Substanzen“ seien.

Frau Dr. Budwig verfasste zahlreiche Rezepte, die in einem Buch zusammengefasst wurden. Hauptrezept allerdings ist die von ihr gepriesene Quark-Leinöl-Creme, die sie als tägliche Morgenkost dringend empfahl und die die Grundlage für viele weitere Gerichte bildet (Leinöl mit seinen essentiellen Fettsäuren Linol- und Linolensäure; Quark mit den schwefelhaltigen Aminosäuren Cystein oder Methionin, wie sie auch in anderen Milchprodukten vorkommen).


Rezept Quark-Leinöl-Creme
3 EL Milch, 3 EL Leinöl und 100 g Magerquark
mit dem Handrührgerät zu einer Creme verrühren, bis am Rand keine Ölspuren mehr zu sehen sind. Danach 1 TL Honig unterrühren.

Wichtig: Damit Leinöl seine Wirkung behält, darf es nicht über 38 °C erhitzt werden, sollte unter Luftabschluss in Lichtschutzdosen abgefüllt und gekühlt gelagert werden.  Leinöl ist nicht länger als 3 Monate ohne Qualitätsverlust haltbar, deshalb ist bei Kauf im Reformhaus unbedingt auf das Haltbarkeitsdatum zu achten!

Fazit

Als Rheumapatient können Sie durch Anwendung der Rezepte von Dr. Johanna Budwig  in jedem Fall Ihr Allgemeinbefinden verbessern und sich wohler fühlen.


Mehr Informationen hierzu http://www.dr-johanna-budwig.de

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